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07|04|04
Quelle:
http://www.rp-online.de
Der
Roman von Norbert Gisder zieht durch sein rasantes Tempo und seine
schockierende Sachlichkeit den Leser in ein verstricktes Beziehungsgeflecht
hinein. "Amok oder die Schatten der Diva" ist der erste Roman
des Berliner Journalisten.
"Am 6. Juni des Jahres 2003 wurde ein dreijähriges Mädchen
von einem Spielplatz in Güterfelde bei Berlin vor den Augen
ihrer Mutter entführt. Die Polizei fand das Kind nie wieder",
beginnt die ergreifende Geschichte von Vivianne Schneider. Im nüchternen
Ton eines Berichterstatters führt Gisder die Geschichte um
die Protagonistin fort.
Am Beispiel der Figur zeigt Gisder die Macht der Manipulation
durch Sekten auf und führt erschütternde und gleichzeitig
fesselnde Ereignisse vor Augen. In die Ehe mit Sebastian Fischer
bringt Viviane Schneider Sohn Max aus ihrer früheren Beziehung
mit. Ihre Beziehungsprobleme und den ständigen Einfluss des
leiblichen Vaters von Max dokumentiert Sebastian in seinem Tagebuch.
Dieses hatte das Paar zu Beginn der Beziehung gemeinsam geschrieben.
Der
ständige Wechsel zwischen den Tagebuchreflexionen und
den Dialogen bringt Leben und eine facettenreiche Tiefe in die
Geschichte des Paares, die Seite für Seite eskaliert. Denn
Viviane Schneider ist der Beeinflussung eines Sekten-Anführers
verfallen, eines Gurus, der ihr erschreckend nahe steht. Durch
seine ständige Manipulation erleidet die Protagonistin seelische
Qualen und Grausamkeit. Gleichzeitig wird Viviane aber abhängig
von Gewalt und Lust und überschreitet dabei moralische Grenzen.
Mit
seinem ersten Roman führt Norbert Gisder in eine obskure
Welt, voller Leidenschaft und Leiden, in der der Wille des Einzelnen
gebrochen wird. Der Politologe und Journalist ist Autor mehrerer
Bildbände, Sach- und Berlinbücher. Der Autor ist in Brasilien
und im Rheinland aufgewachsen, studierte in Berlin und Montreal
und lebt und arbeitet seit 1980 in der Bundeshauptstadt.
Seine Wahlheimat dient dem 48-jährigen Schriftsteller
auch in seinem Roman als Schauplatz für die verstrickte Handlung.
Nicht zuletzt, um den Weg eines Teufelsanbeters zu zeichnen, der
sich vom erfolglosen Propagandisten einer gescheiterten Partei
zum manipulierenden Priester einer dubiosen Psycho-Sekte entwickelt.
Von Rosa Moya
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